Vereinsgeschichte

Eine kleine Chronik des Faschingsclub Wernsdorf

Im Sommer 1965 kam nach einem, von den Wernsdorfern verlorenem Fußballspiel, bei einem Glas Bier der Gedanke auf, den Versuch zu starten, eine Art Fasching im Dorf zu organisieren. Damit sollte das etwas verschlafene Wernsdorf auf eine bunte, fröhliche aber auch kritische Art und Weise aufgeweckt werden.
Nach Sichtung von Talenten in den ansässigen Vereinen gründeten 1965 der langjährige Präsident Jochen Eisold und das Allroundgenie Heinz “Miez” Winkler sowie weitere Mitglieder den Faschingsclub Wernsdorf.

Überfüllter Saal und Elferrat auf der Bühne

Die erste Veranstaltung steigte am 11.11.1965 in der Erbschänke. 220 Besucher wurden begrüßt. Der Saal war also überfüllt. Auf der Bühne standen damals noch Tische, dahinter hatte der Elferrat Platz genommen. Die Bütt stand seit der Gründung rechts neben der Bühne. Als erste Kapelle spielten „Die Moseler“ unter der Leitung von Horst Georgi.

Teilnehmer und Gründungsmitglieder der ersten Stunde waren:

– Jochen Eisold     – Kurt Müller
– Heinz Winkler    – Erhard Uhlig
– Werner Tauber   – Kurt Mügler
– Rainer Bauch      – Helmut Matthes
– Wolfgang Clauß  – Kurt Taubert    
– Horst Flach          – Helmut Tiepner
– Rudi Flach            – Harald Bergert
– Karl Klug

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Das gesteckte Ziel war erreicht. Die Besucher sagten : „Macht weiter so!“

Von ersten Tanzschritten bis zum Wernsdorfer Hollywood

1967 wurde die Erbschänke Wernsdorf umgebaut. Die Veranstaltung mit 100 Gästen wurde deshalb kurzerhand ins Nachbardorf Hölzel verlegt. Dort wurde in der Bauernschänke aufgetreten.
Eine der ersten Traditionen des Wernsdorfer Faschings bildete sich 1968. Bei inzwischen schon zwei Veranstaltungen im Jahr gab es mit Christine Klug eine erste Solotänzerin auf der Bühne. Daraus entwickelte sich in den kommenden Jahren das Wernsdorfer Damenballett. Eine Ikone: Gerti Wiebers war von 1969 bis 1983 als Ballettmeisterin tätig. Danach wurde das Damenballett mehrere Jahre u.a. von Heidi Schubert und Cornelia Schrapps choeografiert.

Der Hintergrund der Bühne wurde von 1970 bis 1977 noch handgemalt. Dafür brachte Künstler Hans Wienhold aus Remse sein ganzes Talent auf. Im Anschluss übernahm Siegfried Kretschmer die Dekorationsarbeiten.  Auf keinen Fall unerwähnt bleiben dürfen die Dekorateure  Ilka-Maria-Reinhold sowie die ehemalige Vizepräsidentin Carola Lippold, die neben der Bühnendekoration auch viele Jahre die Kostüme für das Damen-und Männerballett geschneidert hat. Ebenso nicht wegzudenken ist Heinz Wolf, der seit den Anfangsstunden des FCW gemeinsam mit Harald Bergert für eindrucksvolle Lichteffekte sorgte.

Die „wilden Jahre“ war auch die Zeit des filmischen Schaffens in Wernsdorf. Von 1968 bis 1972 entstanden unter der Regie von Peter Merkel vier Filme. Die Schauspieler Karl Klug, Heinz Winkler und Wolfgang Clauß waren am Fichtelberg zu Gange, machten Sketche im Zoo Leipzig, auf einem Campingplatz in Neuwürschnitz und veranstalteten eine Winterolympiade in Wernsdorf. Den Abschluss der Filmreihe bildete ein kleiner Western, der in der Glauchauer Oberstadt gedreht wurde.

Das Wernsdorfer Narrenprogramm – Ein Erfolgskonzept

Im Laufe der Jahrzehnte gab es zahlreiche Darbietungen auf der Wernsdorfer Bühne und alle brachten das Publikum zum Lachen, mitklatschen, mitsingen und mitschunkeln. Unvergessen bleiben „Paul und Pauline“ die Miez, die neuesten Nachrichten von Jochen Eisold sowie die Humoristen Kurt Müller und Thomas „Toni“ Floß, der nach Jochen Eisold das Präsidentenamt jahrelang inne hielt.

Ob schöne Frauen beim Damenballett oder ästhetische Bewegungen im Männerballett, es gab jedes Jahr neue Acts auf der Bühne zu bestaunen. Dafür steht z.B. das Cohrs-Double Hartmut Wagner, der den Saal in den 80ern zum Kochen brachte. Darauf folgten das heute noch auftretende FCW-Urgestein Peter Leipziger und Thomas Korm als „Kurt Trommer“. Einige Auftritte gingen zwischenzeitlich regelrecht in Serie und wurden von Jahr zu Jahr vom Publikum immer wieder herbeigesehnt. Auch die kleinen Närrinnen fanden schon früh auf die Bühne. Die Funkengarde hatte 1997 ihre ersten Auftritte in Wernsdorf. Seit Anbeginn werden die Jüngsten von Mandy Keller trainiert.

Das Leben in Wernsdorf und Umgebung hatte für lange Zeit der Stadtschreiber Ullrich Ay genauestens festgehalten. Außerdem sorgten der Faschingsschlager von und mit Peter Pick sowie Michael Lippert und die ersten Playback-Auftritte von Nina Hagen, Frank Zander oder den Gruppen Ungelenk und Geier Sturzflug für Stimmung. Aus diesen Auftritten bildeten sich im Laufe der Jahre zwei Gruppen: Die Wernsdorfer Showband, die noch heute jedes Jahr einen Mix der besten Musikhits präsentiert, und die Moritatensänger, die später als „Die Unbestechlichen“ auftraten und aus denen das heutige Tresen-Trio hervorging.

Zur Programmbegleitung und anschließendem Tanz haben in Wernsdorf verschiedene Bands und Kapellen gastiert. Dazu gehören „Die Moseler Tanzrhythmiker“, die Gruppen „Epilog“, „Vision“ und „Sweepers“. Inzwischen hält uns die „Soundwave Band“ aus Zwickau seit vielen Jahren die Treue. Die Gestaltung des Programms danach hat sich dem Wandel der Zeit angepasst. Ein DJ sorgt seit einigen Jahren fürs Weitertanzen bei Pausen der Band und danach.

Die Nachfrage zum Wernsdorfer Fasching wuchs von Jahr zu Jahr stetig weiter. Schon früh zeigte sich: Wer in Wernsdorf beim Fasching mitmachen möchte, muss eine große Einsatzbereitschaft an den Tag legen.

Text: Original von Heinz Winkler, überarbeitet von Janis Müller

 

WAU, WAU, MIAU aus Wernsdorf! – Der Faschingsclub, der die fünfte Jahreszeit lebt

Wenn man im kleinen Ort Wernsdorf eines mit Sicherheit sagen kann, dann ist es: Hier weiß man, wie man feiert! Und zwar richtig. Der Faschingsclub Wernsdorf ist das Herzstück des närrischen Treibens und sorgt jedes Jahr dafür, dass der Winter keine Chance gegen gute Laune, Konfetti und super Stimmung hat.

1990 – „Show 25 Exquisit“

Der FCW feierte sein 25-jähriges Bestehen – klein und bescheiden, aber mit Stil, Charme und richtig viel Wumms! Unter dem Motto „Show 25 Exquisit“ wurde die Bühne zur bunten Schau mit Tanz, Gesang und jede Menge närrischen Höhepunkten.

Nicht fehlen durften die wandelbaren Publikumslieblinge Marcel & Pauline (Michael Kretschmer und Heinz „Miez“Winkler). Und was wäre ein echter Wernsdorfer Abend ohne das Männerballett, das nicht nur tanzte, sondern vorher stets einen Sketch präsentierte – eine Kombination aus Charme, Schabernack und wackelnden Hüften.

Für den politischen Tiefgang – oder besser gesagt: den närrischen Seitenhieb – sorgten die Moritaten die als einzige regelmäßig die große Bühne nutzten, um die große Politik augenzwinkernd aufs Korn zu nehmen. Ergänzt wurde das Ganze von „Stadtschreiber“ Ullrich Ay und Fritze Flink ( dargeboten von Präsident und Moderator des Abends Jochen Eisold ) einem scharfzüngigen Büttenredner, der so manchen Lacher auf seine spitze Feder schrieb sowie Toni (Thomas Floß), der aus seinem Alltag und u.a.von seinem Freund Paul einige lustige Anekdoten zum Besten gab.

Natürlich nicht zu vergessen: die Damen des Balletts – glamourös, talentiert und für viele DAS Highlight des Abends.

Die Besucherzahl sprach Bände: 3.000 Gäste fanden den Weg nach Wernsdorf, um bei den insgesamt 15 Veranstaltungen mitzufeiern. Für einen Faschingsverein auf dem Land war das eine eindrucksvolle Zahl – eine, die von Jahr zu Jahr stetig gewachsen war und nun die große Belohnung für 25 Jahre ehrenamtliches Engagement und kreative Höchstleistungen darstellte.

Für den nötigen Glanz sorgten zwei Bühnenbilder, die in mühevoller Arbeit von Siegfried Kretschmar, Carola Lippold und Ilka-Maria Reinhold gestaltet wurden. Für Licht und Stimmung auf und vor der Bühne war das eingespielte Technikteam mit Heinz Wolf und Harald Bergert verantwortlich.

Heinz Winkler, langjähriger „Motor des Vereins“ und Organisator, leitete den gesamten Kartenverkauf .

1991 – „Wenn’s geklingelt hat…“

Im Folgejahr läutete das Motto „Wenn’s geklingelt hat“ eine Ära ein, in der es neben den alt bewährten Darbietungen auch eine neue Kunstform zu bewundern gab. Es war der Startschuss für eine neue Bühnendisziplin: Playback-Showtime

Peter Leipziger und Egon Thiele traten als Wildecker Herzbuben auf – eine Kombination aus schunkelndem Charme und Bäuchen im Takt, die das Publikum von den Stühlen riss.

In den darauffolgenden Jahren wurden die Playback-Auftritte zur festen Institution. Egon Thiele, Ullrich Ay ,Bianca Thiele und Anke Röhner verkörperten Größen wie „Maria und Margot Hellwig“, „Klaus & Klaus“, „Frank Zander“, „Udo Lindenberg“ sowie „Nina Hagen“ – so überzeugend, dass mancher Zuschauer nach dem Auftritt noch nach einem Autogramm fragte.

1992 – „Rette sich, wer kann“

Mit diesem Motto wurde es turbulent – nicht nur auf der Bühne, sondern auch hinter den Kulissen. Nach vielen Jahren übergab Heinz Winkler die Verantwortung für Organisation und Kartenverkauf an Bianca Thiele, die das Amt mit Bravour übernahm. Die Nachfrage nach Tickets explodierte – kein Wunder bei diesem wachsenden Kultfaktor.

1993 – „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“

Ein Motto wie ein Fragezeichen – und gerade deshalb so herrlich frei. „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ ließ Raum für Fantasie, Wahnsinn und wilde Interpretationen. Zwischen klassischer Büttenrede und Showtanz (mit neuen Mädels im Damenballett) konnte alles passieren – und passierte auch.

1994 – „Mensch, ärgere Dich nicht“

Dieses Motto war wie gemacht für Wernsdorf: spielfreudig, bissig und bunt. Die Bühne verwandelte sich in ein überdimensionales Spielbrett, auf dem nicht nur Figuren wackelten, sondern auch der Bauch vor Lachen.

1995 – „30 Jahre – Jubiläumsvolltreffer“

Das große 30-jährige Jubiläum war eine regelrechte Triumphparade! Unter dem Motto „Jubiläumsvolltreffer“ reihte sich ein Höhepunkt an den Nächsten. In 14 Veranstaltungen wurden 2.800 Gäste begeistert.

Zum Feiern gab es auch allen Grund: 53.740 Menschen hatten bis dahin die insgesamt 259 FCW-Veranstaltungen besucht – ein Beweis für die ungebrochene Anziehungskraft dieses ganz besonderen Vereins.

Das Bühnenprogramm war ein Querschnitt durch drei Jahrzehnte Clubgeschichte.

Zum ersten Mal tanzten die „Kleinen ganz groß“, die neugegründete Funkengarde unter der Leitung von Mandy Keller hatte Bühnenpremiere.

Fazit: Die Jahre 1990 bis 1995 waren für den Faschingsclub Wernsdorf mehr als nur sechs Sessionen – sie waren ein Stück lebendige Dorfkultur, getragen von Humor, Herzblut und einem Gemeinschaftsgeist, der ansteckender war als jede Polonaise.

Zwei große Jubiläen rahmten eine Zeit ein, in der Bütt, Musik, Playback und Ballett zu einem einzigartigen Mix verschmolzen – Wernsdorfer Fasching vom Feinsten.

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Wenn man im Duden unter „Feierwütig“ nachschlägt, müsste eigentlich ein Gruppenfoto des Faschingsclubs Wernsdorf aus den Jahren 1996 bis 2000 abgedruckt sein – direkt neben einem Partyhut und einem halb geleerten Kasten Bier. Was in dieser Zeit im kleinen Wernsdorf geschah, war nichts Geringeres als närrischer Hochleistungssport mit ordentlich Konfetti obendrauf.

1996 – Narrenweisheit hat viele Gesichter

Unter dem Motto „Narrenweisheit – Narrenweißheit in unserer Zeit“ wurde deutlich: Ob mit „s“ oder „ß“- der Fasching war in Wernsdorf einfach scharf. In sage und schreibe Elf Veranstaltungen erlebten 2.200 Besucher allerlei Weisheiten, Halbwahrheiten und volle Wahrheit mit doppeltem Boden. Wahrscheinlich war das der einzige Ort in Deutschland, wo Philosophieren mit Pappnase zur Pflicht wurde.

1997 – Alles hängt am Golde… außer der Humor

Im Jahr 1997 wurde mit dem Motto „Zum Golde drängt, am Golde hängt… doch alles, oh wir Narren“ mal ganz tief in die Goethe-Kiste gegriffen. Zwischen literarischer Tiefgründigkeit und vielen Luftballons und damit keiner beim Moderieren eine Sauerstoffmaske benötigt, führten Michael Lippert und Uwe Meyer gemeinsam durch das mittlerweile drei Stunden andauernde Programm. Lachen ist schließlich Hochleistungssport.

Wichtiger Meilenstein: Thomas „Toni“ Floß wurde zum 2. Präsidenten gewählt. Vizepräsidentin wurde Carola Lippold, die „gute Seele“ des Vereins. Sie dekorierte das Bühnenbild mit und nähte auch sämtliche Kostüme des Damen- sowie des Herrenballetts. Schatzmeister wurde wieder Egon Thiele.

Auch 1997 wurde Elf-mal gefeiert, wieder mit 2.200 Gästen. Offenbar hatte jeder Wernsdorfer mindestens zwei Kostüme.

1998 – 33 Jahre und kein bisschen leiser (aber deutlich lauter)

Im 33. Jubiläumsjahr zeigte der FCW, dass er nicht nur feiern, sondern auch Jubilieren kann. Das Motto war ein Versprechen: „ 33 Jahre und kein bisschen leiser“ – was für die Nachbarn vermutlich eher eine Drohung war.

Seit 1998 heißt es beim FCW „Hier kommt Kurt“. Mit Westover, Mundspray in der alten verbeulten Ledertasche und leicht verpeiltem Blick schleicht Kurt Trommer, alias Thomas Korm, auf die Bühne. Bepackt mit trockenem Humor und stoischer Miene erzählt er Anekdoten aus seinem Alltag. Seit über 25 Jahren bringt Thomas Korm so die Leute zum Lachen – ganz ohne Glamour, nur mit einer gehörigen Portion Schrulligkeit und entwaffnender Komik.

Startschuss auch für die „Ungelenken“ die sich in den ersten Jahren den Namen des Schauorchesters ausliehen und heute als „Wernsdorfer Showband“ einen Stammplatz im Programm haben. Über die Jahre hinweg reißen sie mit ihren kurzweiligen Playbackauftritten das Publikum von den Sitzen.

Traurigster Moment des Jahres: Jochen Eisold, langjähriger Präsident und närrisches Urgestein, verstarb im Dezember – sein Erbe: ein Verein voller Herz und Humor.

1999 – „Faschingszauber“

Mit diesem Motto zog der FCW nicht nur Kaninchen aus der Narrenkappe. 13 Veranstaltungen, 2.400 Besucher – und ein Männerballett, das selbst Las Vegas erröten ließ.

Der legendäre Putzfrauentanz wurde geboren. Die Herren der Schöpfung verwandelten sich in schrubbende Grazien, deren gestählte Beinchen mindestens zweimal pro Veranstaltung über die Bühne wirbelten – eine Mischung aus Reinemachfrau und Moulin Rouge auf Bratwurst.

2000 – Die große Knallerei zum 35. Jubiläum

Der Jahrtausendwechsel wurde in Wernsdorf mit viel Konfetti und Kabarett gefeiert. Unter dem Motto „35 Jahre FCW – Jubiläumsknaller“ wurde ein Programm gezündet, das selbst Silvester neidisch machte.

Peter Leipziger brillierte als Bundeswehrsoldat, bei dem weniger die Kommandos als seine Mimik zum Exerzieren der Lachmuskeln führte. Dazu kamen das Damenballett, das Männerballett, die Moritatensänger sowie Kurt Trommer und natürlich Toni, die alle zusammen einen närrischen Superlativ lieferten.

Heinz „Miez“ Winkler, Gründungsmitglied und echtes Original, wurde für sein langjähriges Wirken im Verein mit einem Ehrenorden ausgezeichnet. Ob auf der Bühne als Pauline oder hinter den Kulissen als Organisationswunder – Miez war immer mittendrin statt nur dabei. Mit Witz, Einsatz und ganz viel Herz hat er das Vereinsleben geprägt wie kein Anderer.

14 ausverkaufte Veranstaltungen, 65.940 Besucher seit der Gründung – was für eindrucksvolle Zahlen für einen kleinen Dorfverein !

Fazit: Fünf Jahre, 1000 Pointen und ein Haufen Konfetti

Ob Putzfrau, Soldat, Moritatensänger, Entertainer im Pullunder oder karierten Sakko oder beim Schwingen der Hüften oder der Beine im Ballett – zwischen 1996 und 2000 hat der FCW bewiesen: Wernsdorf mag klein sein, aber der Humor ist riesig. Und wenn es einen Ort gibt, an dem der Fasching nicht stirbt, sondern jedes Jahr wie Phönix aus dem Partyfass aufersteht, dann ist es hier.

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Wenn sich im Winter in Wernsdorf die Pappnasen häufen, der Elferrat wieder einmarschiert und der Saal in der Erbschänke bebt – dann weiß jeder: Der FCW hat wieder zugeschlagen!

2001 – Wernsdorfer Larvparade

2001 zogen die Narren maskiert zur großen „Larvparade“. Ob Peter Leipziger, der als Nonne Katharina dem närrischen Völkchen seine Geschichten aus dem Nonnenalltag servierte, die Moritätensänger, die die die lokale Politik mit gesungenen Reimen auf die Schippe nahmen, Bütt-Neuling Marion Guse, die sich an ihre ersten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht im FDJ-Sommerlager erinnerte oder die Damen, die in diesem Jahr in Lack und Leder verpackt, die Gäste mit ihrer Tanzperformance von den Stühlen holten – wer da noch ernst blieb, hatte entweder einen Lachmuskelkrampf oder war der Mann von der Feuerwehr.

13 Veranstaltungen, alle rappelvoll! 35 Aktive warfen 135 Minuten lang mit Pointen, Sketchen und Büttenreden nur so um sich.

2002 – Wernsdorfer Narrenspiele

Ein Jahr später hieß das Motto „Wernsdorfer Narrenspiele“, und die Vereins-Originale legten nochmal eine Schippe drauf.

In diesem Jahr stand bei den Männern des Balletts ein Besuch im Vatikan an, wo sie das 11. Gebot entdeckten und zu mehr Liebeslust aufriefen, Thomas Korm als Herrn Trommer, dem netten Herrn von nebenan, wurde gebannt gelauscht als u.a. über Sonntagsfahrer und seine Erfahrungen mit dem Euro erzählte. Ein Highlight war, wie in jedem Jahr, Toni, alias Thomas Floß der von seinen Frauengeschichten berichtete und eine eindrucksvolle Begegnung mit Heino im Arbeitsamt hatte. Ganz unter dem Motto „ Einer geht noch rein…“ ließ ihn das Publikum erst nach mehreren Zugaben ausmarschieren.

15 ausverkaufte Veranstaltungen, 3.000 begeisterte Gäste – der FCW war längst zum Stimmungsgaranten der Region geworden.

2003 – Mit dem FCW auf Welttournee

Der Faschingsclub Wernsdorf hob dieses Jahr richtig ab – und zwar auf große Welttournee! Zwar reichte das Budget nicht ganz für Las Vegas aber immerhin war die Erbschänke wieder 16 Mal ausverkauft und 3.200 begeisterte Zuschauer reisten mit – ganz ohne Jetlag, aber mit Lachmuskelkater. So viel Flugverkehr gab’s in Wernsdorf noch nie.

U.a. sorgte Flugbegleiterin Babette alias Marion Guse mit charmanten Sicherheitshinweisen für einen turbulenten Start: Zwischenlandung gab’s auf der bayrischen Alm, wo Peter Leipziger als kernige Zensi mit Dirndl und Schmäh alle Lachmuskeln zum Jodeln brachte. Das Damenballett entführte das Publikum mit viel Tanz-und Taktgefühl nach „Afrika“

Fazit: Der FCW beweist wieder mal, dass man auch ohne Reisepass um die Welt lachen kann.

2004 – “Fehlt überall die Knete – wir feiern unsere Fete!”

Trotz chronischen Geldmangels aller Orten bebte auch 2004 wieder das Parkett in Wernsdorf. Unter dem Motto „Fehlt überall die Knete – wir feiern unsere Fete!“ wurde fröhlich durch gefeiert. Und weil die Nachfrage immer größer wurde, gab’s – ganz modern – zum ersten Mal eine Kartenbestell-Hotline, die gut bei allen Närrinnen und Narren ankam und rege genutzt wurde. Ebenfalls neu: Eine Veranstaltung ganz ohne Tanz–nur Bühnenprogramm pur.

Erstmals wurde auch am 11.11. mit den befreundeten Vereinen aus Glauchau und Niederlungwitz im Rathaus Glauchau gemeinsam der Rathausschlüssel übernommen – ein echter historischer Moment, der bis heute noch seine Gültigkeit hat.

2005 – Da hat vor 40 Jahren noch keiner dran gedacht

2005 feierte der FCW 40 Jahre Frohsinn – und keiner konnte glauben, dass es mal Zeiten ohne Luftschlangen, Konfetti und Vereinsjacken gab.

Zum 40. Jubiläum 2005 wurde gefeiert, als gäbe es kein Morgen. Unter dem Motto „Da hat vor 40 Jahren noch keiner dran gedacht“ zeigte sich: Der FCW ist älter, aber kein bisschen leiser! Bianca Thiele übergab das Ticket-Ruder an ein ganzes Team: Janett und Kristin Pegel sowie Olaf und Anke-Maren Müller. Bianca blieb dem Verein aber treu und kümmert sich bis heute um Finanzen und Bürokratie – oder wie man intern sagt: „Die Frau, ohne die gar nix läuft.“

Zum 40-jährigen Jubiläum zeigte der FCW dann auch außerhalb des Dorfes, wo der Faschingshammer hängt: Beim Straßenfasching in Meerane hieß es: Wernsdorf kommt – und bringt gute Laune mit!

Fazit: Wernsdorf lacht – und wie!

Die Mitglieder vom FCW sind fit und zeigen auch nach dem mehrwöchigen Veranstaltungsmarathon keine Ermüdungserscheinungen, im Gegenteil, nach der letzten Show schwingt stets Wehmut mit weil alles schon wieder vorbei ist. Mittlerweile führen Kinder und Enkel der Gründungsmitglieder das Freizeitvergnügen weiter. Insgesamt standen am Ende dieser fünf Jahre stolze 80.900 Besucher in der Vereinschronik.

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In Wernsdorf sagt man seit je her: „Wer nicht feiert, ist selber schuld!“ – und niemand lebt dieses Motto besser als der Faschingsclub Wernsdorf (FCW). Auch in diesen Jahren bringt der Verein Stimmung, Satire und jede Menge Schabernack auf die Bühne

2006 – Jubel, Trubel, Heiterkeit

„Jubel, Trubel, Heiterkeit“ lautete das Motto – und wer in diesem Jahr zu Gast war, bekam das volle FCW-Programm serviert:

2006 war das Jahr, in dem in Wernsdorf nicht nur der Fasching, sondern auch der Generationenwechsel ordentlich auf die Pauke haute! Beim Damenballett des Faschingsclubs gab es frischen Wind – und der kam nicht nur vom Konfettikanonen-Einsatz! Anke-Maren Müller und Katja Korm hängten ihre Tanzschuhe an den Nagel und wechselten zur Showband. Dafür wirbeln jetzt Lydia Leithold und Mandy Drauschke mit über die Bühne – Mandy war schon viele Jahre in der Funkengarde und somit ein „alter“ Hase im Faschingsgeschäft.

Unvergessen bleibt der Auftritt von Peter Leipziger als Jungfrau! Zartbesaitet, leicht verhüllt und mit mehr Drama als eine Telenovela – Schleier, Sonnenschirm und ein Blick, der selbst Schneewittchen erröten ließ. Das hat Wernsdorf noch nie gesehen.

Die Moritaten nennen sich jetzt „Die Unbestechlichen“, was angesichts des Alkohols backstage mutig ist – aber hey, sie singen trotzdem noch ihr legendäres Abschlusslied „Keiner darf nach Hause geh’n“.

Die Showband heizte mit „Jive Bunny“ ordentlich ein und plötzlich zuckten selbst die Hüften der ältesten Karnevalisten (und das ohne ärztliche Rücksprache!).

Außerhalb der Session nahmen die Mitglieder des FCW am Festumzug zum 750-jährigen Dorfjubiläum teil. Mit eigenem Truck, Tanz und vermutlich der einzigen Polonaise mit TÜV-Plakette präsentierten wir uns den Besuchern.

2007 – FCW mit großem Knall – von der Erde bis ins All”

Unter diesem Motto wurde 2007 zur intergalaktischen Faschingsreise.

Moderator Michael Lippert ließ zur Einstimmung gleich mal einen Pfeil zur Glauchauer Rathausspitze fliegen – kein Wunder, denn wenn die kaputte Brücke nicht bald repariert wird, ist Wernsdorf wirklich nur noch per Luftpost zu erreichen.

Für musikalische Schwerelosigkeit sorgten „Die Unbestechlichen“ mit einer Parodie, die es in sich hatte: „Ich hab mich 1000-mal gewogen, ich hab mich 1000-mal bewegt.“ Ob das wirklich stimmte, wurde aus Rücksicht auf Bühnenbretter und Waagen lieber nicht überprüft.

Dacapo Rufe, Pfiffe und Jauchzer gab es für die Urgesteine Peter Leipziger und Thomas (Toni) Floß. Munter plätscherten die Gags aus einem scheinbar nie versiegenden Quell an Einfällen.

Auch in Sachen Grazie wurde nicht gekleckert, sondern mit Glitzer gestreut: Das Damenballett rockte die Bühne zu „Daddy Cool“, während das Männerballett endgültig den Kontakt zur Schwerkraft verlor – stilvoll abgehoben, irgendwo zwischen Saturnring und Konfettinebel.

Mit 15 Veranstaltungen und über 3000 Besuchern war klar: Der FCW landete mal wieder einen Volltreffer – und das ganz ohne Bruchlandung. Nebenbei wurde der Club auch noch digital – mit eigener Website. Endlich konnte man sich auch im Internet wundern, was in diesem Dorf so alles möglich ist.

2008 hieß es beim FCW: „Mit Katz und Hund geht’s wieder rund“– und das war keineswegs übertrieben.

Den Anfang machte Debütantin Silvia Kuhrau, die aus dem Damenballett ausschied aber dem Fasching treu bleiben wollte. Als scharfzüngige Lästerschwester zündete sie einen verbalen Rundumschlag gegen die männlichen Vereinskollegen – charmant und gnadenlos

Das Männerballett feierte stilecht Opas 100. Geburtstag – mit allem, was dazugehört: Rollator-Choreografie, Zahnersatzakrobatik und Hüftschwung mit künstlichem Gelenk.

Auch musikalisch gab’s eine Premiere: Die Zwickauer Band „Soundwave“ sorgte nicht nur im Programm für Stimmung, sondern blieb gleich zum Tanzen da. Wer da noch stillstand, hatte entweder Betonfüße oder schon drei Bowle zu viel.

Und bei Toni? Da hieß es natürlich wieder: Einer geht noch! Spoiler: Es blieb wie immer nicht beim einen – und genau das macht Wernsdorf doch aus.

Für noch mehr Stimmung sorgte der allererste Weiberfasching – innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Der Saal bebte, die Lachmuskeln auch, und Männer wurden – ganz nach Brauch–nur nach ausdrücklicher Genehmigung hereingelassen. Und auch da nur zur Deko.

Bunt und laut war auch der erste Kinderfasching – ein Riesenspaß mit vollem Haus, Zuckerrausch und Konfettiregen. Der Erlös ging an eine Glauchauer Kindereinrichtung und den Heimatverein – so macht Feiern doppelt Freude!

2009 – „Vorhang auf für die Revue – der FCW verrückt wie nie“

Das Motto war war keine leere Versprechung.

Was haben Amerika und Wernsdorf gemeinsam? Richtig: eine Schnapszahl! Während Amerika seinen 44. Präsidenten gewählt hat, feiert Wernsdorf bereits seit 44 Jahren seine ganz eigene Hochburg der Faschingsstimmung. Und wer einmal dabei war, weiß: Politik? Die gibt’s in Wernsdorf höchstens in den Liedern der „Unbestechlichen“ – ansonsten ist sie hier streng tabu. Schließlich macht Lachen mehr Spaß als Wahlkampf.

Ein „himmlisches“ Vergnügen bereitet Peter Leipziger als strammer “Engel auf Erden“. Kurt Trommer alias Thomas Korm sinniert über die Widrigkeiten des Lebens.

Die „Unbestechlichen“ hatten ihre ganz eigene Interpretation von DJ Ötzis Ohrwurm dabei: „Eine Frau, die mich nach Hause trägt, Aspirin aufs Kissen legt.“ Ein Lied, das vermutlich zur heimlichen Hymne aller Faschingsfreunde wurde, die am nächsten Morgen Bekanntschaft mit der Schwerkraft machten oder die Herren des Balletts, die diesmal Frauen wie Männer mit einem Schuhplattlertanz verzückten.

Alles in allem war die Revue wieder ein Feuerwerk der guten Laune. Egal ob Lästerschwester, die Damen des Balletts, die Showband oder die Männer in Lederhose – in Wernsdorf gilt: Hauptsache, es glitzert, wackelt oder sorgt für Lacher.

2010 – “45 Jahre Narrité “und kein Ende in Sicht

2010 war es soweit: Der Faschingsclub Wernsdorf blickte auf stolze 45 Jahre Narrité zurück. Ganze 14 Veranstaltungen wurden in der Jubiläumssaison gestemmt – und seit 1965 durften sich schon 95.820 Gäste vom Wernsdorfer Frohsinn anstecken lassen. Müdigkeit? Fehlanzeige! Stattdessen gilt: „Herz trifft Humor, Glitzer trifft Gemeinschaft – und eine ordentliche Portion Selbstironie trifft echte Leidenschaft.“

Und das zeigte sich auch beim Programm: Gleich zu Beginn wirbelten die Mädels der Funkengarde zur Melodie von Pippi Langstrumpf über die Bühne – ganz nach dem Motto: „Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt!“

Danach sorgte die Lästerschwester mit ihrem schweißtreibenden Kampf gegen Beamten und Bürokratismus für große Lachsalven – Bürokratie war selten so unterhaltsam.

Das Damenballett brachte mit „Let’s get loud“ und „Walking on sunshine“ echtes Partyleben nach Wernsdorf.

Peter Leipziger wiederum erzählte von seinem Alltag als Topf- und Dosenmodell Rosemarie – ein Job, von dem man wohl nur in Wernsdorf träumt.

Eine Tradition beim FCW durfte auch im 45. Jahr des Vereins natürlich nicht fehlen. Der jährliche selbstkomponierte Faschingsschlager. In diesem Jahr wurde zu „Karneval beim FCW“ mitgesungen und geschunkelt genauso bei den „Unbestechlichen“ die u.a. über die „Liebe nach Kalender“ sangen. Ein Thema, das offenbar nie alt wird.

Die Showband präsentierte in diesem Jahr die deutsche Hitparade, allerdings ohne Dieter Thomas Heck. Wolfgang Petry trat mit mehr Armbändern auf als das Original je besaß. DJ Ötzi, Andrea Berg und Costa Cordalis (natürlich mit seiner Anita) gaben sich die Ehre, Udo Jürgens ließ stilecht im weißen Bademantel die Töne schweben, und mit Nicki und Wenke Myhre schipperte das „knallrote Gummiboot“ quer durchs Publikum. Eine „Hitparade“ der Extraklasse!

Und dann: Toni in der Bütt. Seit 35 Jahren steht er dort wie ein Fels in der Faschingsbrandung. Und immer, wenn man denkt, er ist fertig, kommt er mit seinem legendären Satz: „Einen hab ich noch!“ – gefolgt von einem Witz, der garantiert noch die letzte Lachfalte zum Zucken bringt.

Ob auf, hinter oder neben der Bühne – der FCW ist Kult. Schauspielschule braucht hier niemand, nur Spaß an der Freude, Mut zur Selbstironie und bestenfalls keine Angst vor Konfetti.

Fazit: Wernsdorf feiert nicht einfach – Wernsdorf lebt den Fasching!

5 Jahre, 5 Mottos, fünfzigtausend Lacher-und kein Ende in Sicht. Premieren, Polonaisen und Pointen, Herz, Humor, heißer Tanz und herrlich schräge Ideen-das ist der Faschingsclub Wernsdorf

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Wenn in Wernsdorf ein Kostüm raschelt und die ersten Luftschlangen fliegen, dann weiß jeder: Der FCW steht wieder auf der Bühne. Und weil wir nicht nur tanzen, singen und flunkern können, sondern auch erinnern, werfen wir einen humorvollen Blick auf unsere närrischen Glanzleistungen von 2011 bis 2015.

2011 – Rabatz mit Hund und Katz

13 Veranstaltungen in diesem Jahr voller Blödelei, Beat und Bauchmuskeltraining. Die Funkengarde eröffnete mit dem „Heidilied“ das fast dreistündige Programm.

Das Damenballett startete mit neuen Gesichtern und einem Michael-Jackson-Medley garantierte jede Menge Zugaben.

XXXL-Model Peter Leipziger In Haute-Couture-Ausmaßen, lästerte er über den Schlankheitswahn besonders in der Modewelt und erklärte Karl Lagerfeld offiziell zum „Klamottenkarl“. Davon hat sich die Modelwelt wohl bis heute nicht erholt.

Beim Faschingsschlager wurde musikalisch aufgerüstet: Der „Neue“ Janis Müller, trällerte gemeinsam mit Thomas Irmer und Peter Gerber. Dabei nahmen sie den Fußballhit „54, 74, 90, 2010“ und machten daraus „65, 85, 90, 2011“ – mathematisch fragwürdig, aber gesanglich überzeugend!

Kurt Trommer betrat die Bühne – leicht schwankend und mit „Passe mal uff, gucke mal her“, kommentierte er sein neuestes Problem. Sein Feind: Tupperdosen, deren Deckel sich weigerten, auf die Dose zu passen. Bedienungsanleitung? Fehlanzeige. Publikum am Boden? Garantiert!

Die Unbestechlichen würden ihre Fehler gerne eingestehen, wenn sie welche hätten, aber Lust auf Leben haben sie noch in 100 000 Jahren.

Das Männerballett versucht sich in Ägypten im Pyramidenbau, allerdings kommt am Ende anstatt eines steinernen Monumentalwerkes ein erzgebirgische Pyramide aus Seiffen heraus. Das Publikum stimmt spontan „Glück auf der Steiger kommt“ an.

In der Showband erlebt „Freddy Mercury“ alias Patrick Müller eine Wiederauferstehung . Gemeinsam mit Cher (Janett Pegel), Cindy Lauper (Katja Korm), Kylie Minogue (Anke-Maren Müller), Bruce Springsteen (Uwe Meyer), Phill Collins ( Danny Lippert) und Billy Idol (René Berger) präsentieren die Doubles einen musikalischen Querschnitt durch die 90er.

Toni erzählte Geschichten aus seinem Alltag und seinem Freund Paul – vermutlich Wahrheitsbasiert, garantiert ausgeschmückt.

2012 – Glitzer, Glamour & Ganoven

Der FCW begrüßt zu seiner 500. Veranstaltung seit der Gründung vor 47 Jahren den 100.000 Gast. Die Wahl fiel auf Katy Göbel und der Präsident Thomas Floß überrreichte ihr eine Flasche Sekt und den FCW-Orden.

Die sieben Damen vom Ballett schwangen bei Shakira nicht nur die Hüften, nein auch bei „Mambo No. 5“ ließen sie den jüngsten Mann des Vereins in die Luft gehen.

Peter Leipziger erschien als gestresster Ehemann, der aus purer Verzweiflung einen Funkenmariechenkurs belegte und anschließend einen jugendfreien Striptease hinlegte – wobei „jugendfrei“ Auslegungssache bleibt.

Kurt Trommer absolvierte einen Sprachcrashkurs und klärte auf: „Tausendfüßler auf Italienisch heißt Molto Bene.“ Stimmt zwar nicht – klingt aber gut.

Die Unbestechlichen eröffnen ihren musikalischen Beitrag diesmal umgetextet mit „ Wir sitzen alle im selben Boot“ einen in Wernsdorf eher untypischen Song mit politischen Themen. Danach pegelte sich das Niveau wieder gewohnt klassisch unkorrekt ein – u.a. mit dem Klassiker „Lieber ein Krokodil statt ’nen Hund“ und dem pädagogisch wertvollen Beitrag „Hätten seine Eltern ein Kondom benutzt…“

Die Herren (Thomas Floß, Frank Zeier, Manfred Sörgel, Rico Kretschmer, Thomas Korm, Steffen Ulbricht und Jens Werner) vom Männerballett zieht es in den grünen Wald, doch als „Jäger und Sammler“ sind sie wohl nicht zu gebrauchen aber beim Jägerlatein sind sie Spitze und bei ihrem volkstümlichen Tanz schießen sie den Vogel ab und sammeln jede Menge Applaus.

Die Showband lud ins Rock’n’ Roll Café ein. Bei „Rama Lama Ding Dong“ kannte keiner den Ursprung, aber jeder den Text. Fasching-Logik.

Toni schwadronierte gewohnt allumfassend über Gott, die Welt und seine Erlebnisse im Alltag und das Publikum dankte es ihm mit Beifall und Zurufen „Einer geht noch“!

Mit „Wir sagen Dankeschön!“ gab es einen neuen Song beim Finale. Darüber waren die Gäste geteilter Meinung.

2013 – Spaß, Humor & Rummel im Narrendschungel

Nach Funkengarde und Damenballett betritt ein Franzose die Bühne. „Jean d´Arme“ alias Olaf Müller (der bisher hinter der Bühne agierte) springt für den pausierenden Peter Leipziger ein, feiert mit gezwirbeltem Schnurrbart, Pomade und französischen Akzent Büttenpremiere und bringt Pariser Flair in die Erbschänke.

Kurt Trommer verzauberte in diesem Jahr die Narrenschar. Na gut an einigen Tricks muss er noch etwas feilen.

Beim Faschingsschlager „Das ham´mer uns verdient“ zetteln die Feierlustigen spontan eine Polonaise an und es wird durch den ganzen Saal getobt.

Beim Männerballett wird den Gästen das Märchen vom „Schneewittchen“ aufgetischt. Anders als bei den Gebrüdern Grimm sucht es sein Glück auf der Straße.

Hollywood lässt grüßen, die Showband wirbelt zu internationalen Kinohits über die Bühne. Und das Publikum bringt die Mitglieder ins Schwitzen, denn ohne die Zugabe von „Dirty Dancing“ geht es nicht von der Bühne.

Alt bewährtes Abschlusslied „ So ein Tag, so wunderschön wie heute“ ist wieder beim Finale am Start. Ohne das ist es kein Wernsdorfer Fasching.

2014 – „Faschingscocktail “

Mit „Mamma Mia“ eröffnen die Jüngsten der Funkengarde die dreistündige Faschingsshow, die in diesem Jahr 15 Mal in der „Erbschänke“ in Wernsdorf abgehalten wird.

Auch Monsier Jean d´Arme hat wieder ein Ticket nach Wernsdorf gelöst und frech, frivol mach der selbsternannte Professör für Feminismus seinen Namen alle Ehre.

Mit „Boom boom boom“ und in Mallorca Outfits erobern die Damen des Balletts die Bühne und das Publikum, welches rhythmisch den Takt mit klatscht. Ohne Zugabe geht es nicht.

Und Kurt Trommer, zaubert in seiner gewohnt trockenen Art Gag für Gag aus seinem Pullunder und palavert über seine kleine Welt.

Und da ist er wieder, nach seiner gesundheitlichen Zwangspause im letzten Jahr wird das Wernsdorfer Urgestein sehnlichst erwartet. Von vielen Missverständnissen mit englisch-deutschen Wortsalat plaudert Peter Leipziger und liefert Zwerchfell erschütternde Erlebnisse.

Mit Titeln der Deutschen Welle begeistern die sieben Frauen und Männer der Showband das närrische Publikum und auch das Männerballett, das sich diesmal einen Friseursalon als Schauplatz ausgesucht hat lässt die närrischen Besucher nicht ohne Lachtränen zurück.

Nach einem „kühlen Blonden“ von der Kellnerin gebracht, zieht Thomas Floß alle Register und lässt die Gags nur so sprudeln.

Trauriges Ereignis in diesem Jahr. Unser letztes Gründungsmitglied Heinz „Miez“ Winkler verstarb am 15. Januar. Er erschuf nicht nur unseren Schlachtruf „Wau Wau Miau“, auch durch seine langjährige Mitarbeit als Akteur auf der Bühne, hervorragender Organisator und Seele des Vereins prägte er den FCW wie kaum ein anderer. Die Freude am Vereinsleben gaben ihm auch im hohen Alter immer wieder Kraft und Lebensfreude. In seinem Sinne werden wir den Verein weiterführen.

2015 – Leidenschaft wie eh und je, 50 Jahre FCW

50 Jahre FCW – 544 Veranstaltungen, 108.144 Gäste. Die Spaßmacher vom Dienst feierten Jubiläum, und der historische Ruf „Wau Wau Miau“ ertönte lauter denn je.

Zum Moderationsduett Michael Lippert und Uwe Meyer gesellte sich in diesem Jahr ein junger Mann mit dazu. Janis Müller gehörte seit einigen Jahren als Musiker (Keyboard) und Sänger bei den Unbestechlichen zum närrischen Team und war auch schon für das Damenballett und die Showband im Einsatz.

Neben der Funkengarde und dem Damenballett tanzte in diesem Jahr erstmals wieder ein Funkenmariechen. Alissa Ronneberger ließ die Tradition, die 1965 durch das erste Funkenmariechen Christine Klug entstand, wieder aufleben und die Elfjährige begeisterte das närrische Publikum.

50 Jahre Maskenball“ mit diesem Hit stimmten die „ Unbestechlichen“ den aktuellen Faschingsschlager an und durften dabei noch einmal Altmeister Peter Pick an der Gitarre erleben.

Frankreich Import Jean d´Arme, die Pointenaltmeister Thomas „ Toni“ Floß, Peter Leipziger und Kurt Trommer schaffen es auch dieses Jahr wieder mit neuen Einfällen, Gags und Witzen zu begeistern.

Die Mischung machts. Auf Wortakrobatik folgt Tanzkunst. Das Damenballett zeigt seine Klasse mit einem prächtigen Can Can Medley, die Showband lässt noch einmal die Höhepunkte der letzten Jahre mit tollen Kostümen und viel Liebe zum Detail über die Bühne schweben. Auch das Männerballett reißt das Publikum mit ausgefeilter Choreografie von den Sitzen.

Und auch zur Festveranstaltung waren zahlreiche geladene Gäste aus und um Wernsdorf zu Gast und feierten in ausgelassener Stimmung bis in die frühen Morgenstunden.

Im Sommer nahmen die 50 Mitglieder des FCW am Festumzug zur 775 Jahrfeier der Stadt Glauchau teil.

Fazit: Und so zeigte sich einmal mehr: Man kann Bühnenbilder erneuern, Kostüme austauschen und Gags modernisieren – doch das Herz des FCW schlägt seit 50 Jahren im gleichen Takt: laut, herzlich und unwiderstehlich fröhlich. Denn nach einem halben Jahrhundert voller Witz, Wirbel und Wunder bleibt nur eines gewiss: Solange in Wernsdorf gelacht, getanzt und gereimt wird, braucht es weder Botox noch Blasmusik – der FCW bleibt ewig jung.

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Der Verein ist ein bisschen wie ein alter, zuverlässiger Traktor: er ruckelt manchmal, er quietscht gelegentlich – aber er zieht durch. Egal was kommt. Und dieses „egal was kommt“ war in diesen fünf Jahren besonders abwechslungsreich. Neue Bühnenwunder, alte Bühnenhelden, frische Ideen, legendäre Sprüche und traurige Abschiede aber auch die unerschütterliche Fähigkeit, aus jedem Februar eine Zeit der unbegrenzten Albernheiten zu machen.

2016 – Närrische Showkolade

Mit 14 Veranstaltungen und 2.556 Besuchern startete der FCW in eine lebhafte Session. Das neue Moderationsduo Uwe Meyer und Janis Müller führte souverän durch das Programm – das erste Jahr nach dem Abschied von Michael Lippert, der über viele Jahre eine feste Größe auf der Bühne war.

Die Funkengarde und das Funkenmariechen begeisterten das Publikum mit einem gelungenen Auftritt.

Olaf Müller, als französischer Professör mit Akzent so dick wie Mousse au Chocolat, bot „Training für das Gehirn“, das vor allem aus verdrehten Silben und unlogischen Regeln der deutschen Sprache bestand.

Drei wie Nougat, Zartbitter und Rumkugel: ganz verschieden, aber ein perfektes Trio. Kurt Trommer, Lady Petra und Toni servierten wie gewohnt punktgenau und brachten die Lachmuskeln der Gäste auf Temperatur.

Das neue Tresentrio (Uwe Meyer, Thomas Irmer, Janis Müller) traktierte mit Gitarre, Keyboard und Jauchenkelle nicht nur das Zwerchfell der Narren sondern animierte auch zum Mitsingen, Schunkeln und zur Polonaise.

Das Männerballett trainierte im Fitnessstudio. Zumba heißt die Zauberformel für die Adoniskörper und dabei zeigten die Herren eine überraschende Beweglichkeit.

In diesem Jahr lieferten sich Damen und Herren der Showband ein musikalisches Kräftemessen um die Gunst des Publikums. Doch wie so oft siegte die Diplomatie, und am Ende schmetterten alle wieder vereint.

Am Anfang des Abends brillierten die Damen vom Ballett mit einem frechen Matrosentanz und krönten den Abend mit einem Rock-Medley.

2017 „Tradition und neuer Schwung – der FCW hält alle jung

Nach einem sehenswerten Tanz der kleinen Funken hielt Michael Kretschmer, in Vertretung des erkrankten Olaf Müller, eine bemerkenswert kämpferische Rede gegen den Alkohol, verlor aber zum Vergnügen des Saales, zunehmend nicht nur argumentativ den Halt.

Das Damenballett tanzte sich erstmals in Gardeuniform in die Herzen der Gäste und verzauberte mit ihrem zweiten Tanz das Publikum.Es wurde magisch: Harry Potter, Zauberstäbe, Queen-Musik – ein Tanz wie ein halbes Theaterstück.

Die drei Klassiker der freien Reden punkteten wieder souverän. Kurt Trommer gründete einen eigenen Faschingsverein (bis heute unklar, ob es Mitglieder gibt). Die schöne Frau Petra lernte im Ernährungskurs gute und böse Fette kennen, nur leider konnte sie auch in diesem Jahr weder das Eine noch das andere Fett loswerden. Toni philosophierte über den Ruhestand und wirkte dabei völlig tiefenentspannt – man glaubte es ihm sofort. Ohne eine Zugabe durfte keiner der Drei die Bühne verlassen.

Das Tresen-Trio schunkelte nach einem Freibier nach rechts und nach links und verbreitete gute Laune und bei „Keiner darf nach Hause geh´n“ verwandelte sich der Saal endgültig in ein menschliches, rhythmisch fragwürdiges Hüpfhabitat.

Die Männer vom Ballett weilten in einer besonderen Arztpraxis im Wartezimmer, bis sie am Ende schöner, blonder und fester mit der Krankenschwester tanzten.

Festzelt-Feeling kam bei der Showband auf. Die plattlerte sich durch Volksweisen und rockte bei „Rock me heut Nacht“ bis zur Zugabe.

Insgesamt feierten in diesem Jahr 2.475 Närrinnen und Narren mit dem Faschingsclub in der Erbschänke in Wernsdorf.

Traurige Nachricht des Jahres: Unser Präsident Thomas „Toni“Floß verstarb nach kurzer Krankheit am 04.09.2017. Mit seiner Energie, seinem Humor und seinem Organisationstalent hatte er den FCW geprägt wie kaum ein anderer. Er war einer, der mit anpackte, der lachte, motivierte, spontan improvisierte und immer das große Ganze sah: den Verein, die Menschen, den Spaß. Sein Tod hinterlässt eine Lücke, aber auch unzählige Anekdoten und Erinnerungen.

Der FCW führt seine Arbeit in seinem Sinne fort – mit Stolz, in tiefer Dankbarkeit für all die schönen gemeinsamen Momente die wir und das Publikum durch ihn erleben durften und der Gewissheit, dass Toni’s Humor weiter über jeder Bühne schwebt.

2018 Singendes, Klingendes, Lachendes Wernsdorf

Getreu Toni´s Motto:“ Beim FCW ist die Mannschaft der Star“ gab es auch im ersten Jahr ohne ihn eine humorvolle, musikalische und lustige Session in Wernsdorf.

Die Funkengarde & das Damenballett vertanzten Medleys von Abba über die 90er und Rock. Sie lieferten ein Tanzfeuerwerk und garantierten den närrischen Gästen unvergessliche Minuten.

Unser Franzose Jean d´Arme gab u.a. Unterricht in deutscher Grammatik w.z.Bsp. über Artikel und Kommasetzung und was daraus wird, wenn die verkehrt angewendet werden.

Kurt berichtete aus seinen 23 Ehejahren und einem runden Geburtstag. Beides ist offenbar nicht spurlos an ihm vorbeigegangen.

Beim Tresen-Trio wurde von vorne nach hinten, von links nach rechts Ouzo getrunken und dementsprechend geschunkelt und keiner durfte nach Hause gehen bevor alle standen und mitsangen. Mit „Ich bin der letzte Kunde“ verabschiedeten sich die Drei aus dem Saal.

Wernsdorf sucht den Superstar“ oder „Jugend in die Bütt.“ Ein neues Duett begeisterte die Narren. Patrick und Janis Müller alias P & J (langjährige Mitglieder des FCW) erzählten von Gefälligkeiten für Freunde und feierten mit ihrer „Gesangseinlage“ eine grandiose Premiere.

Das Männerballett sorgte in der Saunalandschaft für Aufsehen, und die Showband präsentierte einen musikalischen Streifzug durch deutsche Musikgeschichte.

Am Ende des Abends forderte ein Herold (Michael Lippert) das Publikum auf sich zu erheben. Es erschien majestätisch, gestresst und königlich genervt zur englischen Nationalhymne ihre Hoheit „Queen Petra, die Einmalige“ und palaverte über ihr anstrengendes Königinnenleben. Alle waren begeistert und das Publikum war geflasht.

Doch auch dieses Jahr brachte traurige Momente: Wir mussten Abschied nehmen von zwei echten Leitfiguren des Vereins.

Mit Frank Zeiher verlor der Verein am 21. März ein aktives, liebenswertes Gesicht des Männerballetts. einen treuer Freund und ein Mensch, der immer half – ob auf der Bühne oder hinter den Kulissen. Nur wenige Tage später, am 30.03.2018, folgte ein weiterer schwerer Schlag: Michael Kretschmer, 44 Jahre im Verein, viele Jahre Vizepräsident verstarb. Ein Mann, der das Männerballett revolutionierte: einfallsreich, mutig, humorvoll, manchmal verrückt, immer herzlich.

Frank und Michael, die Lücke, die Ihr hinterlasst wird bleiben und wir werden Euch nie vergessen. Ihr seid ein Teil der Geschichte des Faschingsclubs Wernsdorf.

Danke für Alles.

2019 Partystimmung in Wernsdorf´s Gassen-unser Motto:“Hoch die Tassen“

Die kleinsten von der Funkengarde eröffneten mit einer Polka das Programm und die Gäste waren sofort dabei und jubelten.

Mit einem feurigen Gardetanz am Anfang und einen Tanz mit karibischen Feeling am Ende des Abends setzen die Damen vom Ballett noch einen drauf. Man hätte fast meinen können, die Bühne sei kurzfristig in ein Urlaubsparadies verwandelt worden

Auch dieses Jahr sorgten die Verbalartisten Kurt Trommer, Jean d’Arme und Petra – die in diesem Jahr gleich ihren Zuhälter mitbrachte– für ausgelassene Stimmung. Ob Österreichbesuch, die komplexen Feinheiten der Kommasetzung oder Einblicke ins Rotlichtmilieu: Die Themen waren vielfältig, die Pointen treffsicher, und das Publikum dankte es mit Tränen… natürlich vor Lachen. Zugaben waren hier keine Option, sondern eine Selbstverständlichkeit.

Beim Tresentrio drehte sich alles um Getränke – vorzugsweise die, die einen gewissen Promille-Charme mit sich bringen. In ihren Liedern rieten sie streng: „Finger weg von Sachen ohne Alkohol!“ – ein Rat, den das Publikum sicher mit großem Verantwortungsbewusstsein befolgte.

Die Youngstars P&J kehrten erfolgreich nach einer Tour durch den gesamten europäischen „Inkontinent“ nach Wernsdorf auf die Bühne zurück und präsentierten wieder zwei ihrer typischen musikalischen Präsentationen. Mit „Lach doch mal“ und „Zicke Zacke Tsatziki“ rissen sie den Saal erneut von den Stühlen und bewiesen, dass Humor und Rhythmus eine höchst explosive Mischung sind.

Die Männer des Balletts hatten einen längeren Aufenthalt in der Wartehalle des Bahnhofs – ein Ort, der selten für Unterhaltung steht, aber an diesem Abend durchaus für Heiterkeit sorgte. Die Showband wiederum bewegte sich musikalisch unter anderem auf den Spuren von AC/DC und verabschiedete sich spektakulär mit „Gitarren in Flammen“. Ohne Zugabe ging es auch hier bei beiden Darbietungen nicht von der Bühne.

Dank 43 Mitgliedern, die alle an einem Strang ziehen, und dank der unermüdlichen Helfer hinter den Kulissen – Dekoration, Tontechnik, Elektrik, Beleuchtung, Karten-Hotline und all die anderen Heldinnen und Helden im Hintergrund – konnten bei zwölf Veranstaltungen insgesamt 2.226 Närrinnen und Narren erneut ihre Lachmuskeln bis zur Belastungsgrenze trainieren.

2020 – Wernsdorfer Faschingsparadies: Schlaraffenland in Narrenhand

Nach unserem traditionellen Auftaktlied „Guten Abend hier in Wernsdorf“ zeigte die Funkengarde erneut eindrucksvoll – und beinahe „superkalifragilistisch“ – was sie tänzerisch zu bieten hat.

Bei Jean d’Arme hieß es danach wieder: „Frankreich, Frankreich!“ – allerdings nicht ohne kleine Seitenhiebe auf die Themen unserer Zeit. Ob Greta hier, Greta da oder der allgegenwärtige Klimawandel: Jean nahm es mit seiner gewohnt charmanten Sprachakrobatik auf – und zeigte, wie viel Komik entsteht, wenn Silben an genau der falschen Stelle getrennt werden.

Kurt Trommer wiederum ließ das Publikum an seiner AIDA-Kreuzfahrt teilhaben. Ein Erfahrungsbericht, der zeigte, dass man auf hoher See nicht nur Wellen, sondern auch allerhand Kuriositäten begegnet.

Das Tresen-Trio präsentierte sich dieses Jahr mit einem bekannten neuen Gesicht: Rico Kretschmer, seit über 25 Jahren im Männerballett aktiv, sprang für den erkrankten Thomas Irmer ein – und bewies, dass er nicht nur tanzen, sondern auch singen kann. Die drei nahmen sich musikalisch vor allem das Essen vor, genauer gesagt den Versuch, weniger davon zu verzehren. Mit ernsten Vorsätzen und heiteren Liedern über Diäten, Medizin nach Noten und den Besuch „beim Schmidt“ zeigten sie eindrucksvoll: Die Kalorien hatten an diesem Abend keinerlei Fluchtgedanken.

P&J widmeten sich dem Wetter, berichteten vom plötzlichen Erscheinen Jesu und erzählten Anekdoten über ihren Roadie Rudi. Mit ihrem Beitrag „Bella Ciao“ eroberten sie – wie so oft – die Herzen des Publikums mühelos.

Neu in dieser Session: In Wernsdorf wurde ein Bürgeramt eröffnet. Ein Ort, der vermutlich nicht für seine Lebendigkeit bekannt ist – außer natürlich, wenn das Männerballett dort auftaucht. Die Herren erlebten allerlei ungewöhnliche Situationen, inklusive spontaner Dunkelheit aufgrund eingesparter Elektrizität. Doch getreu dem Motto „Von den blauen Bergen kommen wir, wir trinken unser Bier…“ wurde natürlich trotzdem getanzt.

Die Showband begab sich dieses Jahr musikalisch über den Ozean – in einen Westernsaloon, wo am imaginären Lagerfeuer ein stimmungsvolles Potpourri aus Countryliedern erklang.

Pädagogin Petra, die Unbelehrbare, erschien mit ihrem Katastrophenschüler Michael und gewährte tiefe Einblicke in den Alltag eines Menschen, der täglich versucht, Bildung zu vermitteln und dabei doch häufig an seine pädagogischen Grenzen geführt wird.

Zum Abschluss wurden die Gäste in die Welt von Zirkus und Theater entführt. Die Damen des Balletts begeisterten mit einem eindrucksvollen Burlesque-Tanz, der den Abend auf ästhetische und stimmungsvolle Weise abrundete.

Im 55. Jahr seit Gründung konnten wir bei insgesamt 608 Veranstaltungen bereits 119.629 Gäste begrüßen und zum Lachen bringen – eine Zahl, die zeigt, wie lebendig und erfolgreich der Wernsdorfer Fasching geblieben ist.

Was für eine großartige Session. Niemand hätte geahnt, dass sich nur eine Woche später unser aller Leben grundlegend verändern würde

Fazit: Rund 10.000 Gäste in fünf Jahren, unzählige Lacher, Schunkelrunden und Ohrwürmer.

Schwere Verluste prägten diese Zeit. Mit Thomas „Toni“ Floß, Frank Zeiher und Michael Kretschmer verabschiedeten wir drei Persönlichkeiten, die den Verein mit Humor, Energie und Leidenschaft geprägt haben. Ihre Spuren bleiben – auf der Bühne und in unseren Erinnerungen.

Der FCW versteht es, Tradition zu bewahren, sich weiterzuentwickeln und dabei stets das Wichtigste im Blick zu behalten: die Freude am Fasching und am Miteinander.

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2021/ 2022 Fasching im Ausnahmezustand – Wernsdorf trotzt der Pandemie

2021/2022 – die Zeit, in der selbst Konfetti vermutlich in Quarantäne musste. Die 56. und 57. Sessionen des Wernsdorfer Faschings existierten daher eher im Reich der Theorie als auf der echten Bühne. Keine Kostüme, keine Büttenreden, kein Wau Wau Miau durchs Dorf – nur gähnende Leere, wo sonst die Narren toben.

Doch der Wernsdorfer Humor lässt sich so leicht nicht unterkriegen Also verlegten die Närrinnen und Narren ihre Tollitäten kurzerhand ins Digitale. Über WhatsApp flimmerten in der Faschingsgruppe kleine Videosequenzen aus früheren Sessionen: Eine Art närrisches Quiz, bei dem die Mitglieder rätselten, welche Session gerade im Retro-Look über den Bildschirm hüpfte.

Als Ersatz für die große Sause im Saal wurde zu Hause fleißig posiert – Selfies unter dem Motto: „Wie feiern die Mitglieder Fasching daheim?“ Das Ergebnis: Ein kunterbuntes Video, veröffentlicht auf Website und Facebook, als Beweis dafür, dass Wernsdorf zwar nicht schunkeln durfte, aber definitiv noch da war. Und zwar gut gelaunt!

Im Sommer gab es schließlich eine heiß ersehnte Zusammenkunft unter freiem Himmel im Garten des Präsidenten – mit Abstand, aber immerhin ohne Bildschirm dazwischen. Ein kleines Stück Normalität, das zeigte: Der Fasching schläft nie… er macht höchstens mal Homeoffice.

2023 – Wir sind wieder hier, in unserem Revier

Endlich wieder Fasching in Wernsdorf! Neuer Gaststättenbetreiber, jede Menge Auflagen – Konfettiverbot! – aber immerhin durften wir in unseren guten alten, ehrwürdigen Saal zurück. Und der wurde gleich siebenmal voll: 1.354 Gäste wollten sehen, ob wir das Feiern verlernt haben. Spoiler: Haben wir nicht.

Kaum erklang „Guten Abend hier in Wernsdorf“, machte sich dieses warme Wir-sind-zurück-Kribbeln breit. Eine Funkengarde gab es zwar in diesem Jahr nicht, dafür rockten die Damen den Saal mit Gardetanz plus Showtanz, inklusive Lichteffekten, bei denen sogar die Bühne kurz geblinzelt hat.

Jean d’Arme polterte gewohnt scharfzüngig über Klima, Umwelt, Gender & Co. – und stürzte sich zusätzlich in die Tiefen der deutschen Zweideutigkeit. Wer da nur halb hinhörte, war selbst schuld.

Kurt Trommer wiederum beschwerte sich herrlich grantig darüber, dass man heutzutage „nichts mehr sagen darf“. Dazu berichtete er von seinen neuen Lieblingshobbys: Leute im Bus und Flugzeug ärgern – und natürlich von kleinen Alltagsscharmützeln in der Ehe.

Das Tresen-Trio hatte Nachwuchs bekommen und trat nun als Tresen-Quartett an. Zurück im Heimathafen schmetterten sie „Ruft laut den Faschingsgruß“ – geschrieben von einer treuen Stammbesucherin – Das brachte sofort Stimmung in die Bude. Spätestens bei „Keiner darf nach Hause geh´n“ nahm das Publikum die Anweisung wörtlich.

P & J erzählten, wie sie am Tag der pandemiebedingten Grenzschließung in Tschechien festsaßen – dummerweise stand das Auto auf deutscher Seite. Im Nachbarland hatten sie fleißig Liedgut gesammelt und in Wernsdorf brach spätestens bei „Emil-Schlemil“ und „In der Tschechoslowakei kommt der Honigmann“ jede Sitzordnung zusammen.

Das Männerballett war dieses Mal als Brigade auf Baustellentour – inklusive Haustier „Bärbock“. Richtig spannend wurde es, als die Bauaufsicht auftauchte. Man hat selten so viele Helme gleichzeitig wackeln sehen.

Ein Schlagerfestival stellte die Showband in diesem Jahr auf die Beine. Bekannte Stars u.a. Roland Kaiser, Maite Kelly und Jürgen Drews waren vor Ort. Ohne eine Zugabe ging es auch bei dieser Truppe nicht von der Bühne

Und dann kam der Höhepunkt: Der Mann der tausend Gesichter – diesmal als stilechte Frau vom Lande. Peter Leipziger philosophierte über Diäten, den Jakobsweg und die Ampelkoalition und stellte zum Schluss die wichtigste politische Frage des Abends: Wenn die Ampel kaputt ist – gilt dann wieder Rechts vor Links?

Am Ende waren sich alle einig: Der Fasching in Wernsdorf hat ein fulminantes Comeback hingelegt. Es wurde gefeiert, gelacht, geschunkelt und getanzt und wie in alten Zeiten hieß es endlich wieder: Wau Wau Miau!

2024 Närrisch ist in… und wir mittendrin

Mit einem knalligen Radetzky-Marsch eröffnete die neue Funkengarde die acht prallgefüllten Veranstaltungen der 59. Session – und schon zu Beginn war klar: Hier wird nicht gespart an Stimmung und Schwung.

Das Damenballett legte gleich nach und wirbelte mit spritzigem Gardetanz über die Bühne, sodass das Publikum gar nicht anders konnte, als in Applaus- und Zugaberufe auszubrechen.

Dann betrat Kurt Trommer die Bühne. Er plauderte gewohnt herrlich trocken über die kleinen Dramen und Alltagsabenteuer des letzten Jahres – als hätte das Leben ihm ein Dauerabo auf humorvolle Geschichten im Chaos des Leben geschenkt.

Die trink-, sing- und schunkel,-freudigen Herren vom Tresen schossen ihre Hits in die Menge: „Mit uns könns’es ja machen“, „Wenn der Pegel stimmt“ und natürlich „Keiner darf nach Hause geh´n“. Spätestens da sang der ganze Saal geschlossen mit – und keiner dachte da ans Heimgehen.

P & J, dieses Jahr im neuen T-Shirt-Look, erinnerten sich an ihre Jugend. Sie reisten gedanklich in die Vergangenheit zurück, als sie jung und unbeschwert waren. Bei „Rosamunde“ und einem augenzwinkernden Ausflug „Nackt am Strand“ rutschte das Publikum endgültig in die Nostalgie-Komfortzone und gab es kein Halten mehr.

Wie turbulent ein Männerabend auf der Bowlingbahn sein kann, zeigte das Männerballett. Ihre sportliche Tanzeinlage löste Beifallsstürme aus – offenbar gelten beim Tanzen keine Bahnregeln

Die Showband entführte das Publikum nach Schweden: Mit einem ABBA-Medley, das so mitreißend war, dass selbst die zurückhaltendsten Gäste laut „Mamma Mia!“kreischten. Das närrische Volk sang und klatschte sich in den Schlagerhimmel.

Peter, unser Multitalent, schlüpfte in die Rolle eines, etwas in die Jahre gekommenen Christkindes, das mehr Lebenserfahrung als Lametta mitbrachte und überzeugte mit Wortwitz und Mimik-charmant, frech, unwiderstehlich.

Den Abschluss bildete noch einmal geballte Frauenpower: Das Damenballett zündete ein Tanzfeuerwerk, energiegeladen und voller Power und brachte den Saal noch einmal zum Kochen.

2025 – 60 Jahre Narrenglück-der FCW total verrückt

Wenn man heutzutage ein Fußballspiel verliert, wird oft der Trainer ausgewechselt. In Wernsdorf lief das anders: Aus Frust wurde ein Faschingsverein gegründet – welch geniale Idee! Ohne diesen genialen Frust gäbe es heute keinen 60-jährigen Faschingsclub Wernsdorf. Danke, Frust, danke Wernsdorf!

Und so begann die Jubiläumssession mit zehn prallgefüllten Veranstaltungen und 1.699 Gästen – ein wahres Getümmel aus Kostümen, Lachen und Wau Wau Miau -Rufen. Den Auftakt machten die Kleinsten: Die Funkengarde wirbelte über die Bühne und erntete Applaus und Zugaberufe

Danach tanzten die Damen, Gardetanz deluxe – elegant, schwungvoll, ausdrucksstark. Auch ging es oft nicht ohne Zugaben von der Bühne.

Kurt Trommer ging dieses Jahr unter die Zauberkünstler. Mit Tricks, Gags und herrlich trockenem Witz aus seinen Alltagserlebnissen brachte er die Lachmuskeln des Publikums in Wallung.

Neu im Programm: Nach Christine Klug und Alissa Ronneberger haben wir ein neues Tanzmariechen. Pauline Winkler, Urenkelin unseres Gründungsmitgliedes Heinz Winkler, tanzte ihr Solo mit Bravour und begeisterte die Leute im Saal.

Mit dem Lied „Wir sagen Dankeschön – 60 Jahre in Wernsdorf“ kam das Tresen-Quintett singend in den Saal – wie die fünf Helden der guten Laune höchstpersönlich. Es folgten spritzige Lieder über den größten Feind der Menschheit: den Alkohol, und bei „Am Plastedeckel, da ist jetzt ein Nippel dran“ zeigte sich, dass selbst Profis nicht immer vor Begeisterung strahlen – aber das Publikum umso mehr. Als dann das legendäre „Keiner darf nach Haus geh´n“ erklang, kochte die Stimmung endgültig über.

Die Männer des Balletts bewiesen anschließend, dass Plaudern und Tanzen an der Tankstelle durchaus olympische Züge haben kann. Mit „Manchmal ist das Leben wie eine Flasche Bier“ kombinierten sie sportliche Höchstleistungen mit einer Portion philosophischem Humor.

Die Showband entführte das Publikum auf eine musikalische Reise in die 90er, mit neuen Nachwuchskräften (Hannes Kretschmer und Julius Keller) – Mitsingen, Klatschen und ausgelassene Stimmung inklusive.

Und natürlich durfte Petra „die Einmalige“ nicht fehlen: Mit Schirm, Charme und Witz verwandelte sie den Saal in einen brodelnden Hexenkessel.

Zum großen Finale zündete das Damenballett noch ein schwarz-goldenes Moulin-Rouge-Tanzfeuerwerk: Graziös, verrucht und unwiderstehlich. Wie viele Damen in 60 Jahren im Ballett getanzt haben? Leider nicht nachweisbar – aber garantiert mindestens 60!

Mit einer Galaveranstaltung klang die 60. Session aus.

Mitglieder, Freunde und Förderer des FCW, ehemalige Aktive, Jörg Weiser als Vertreter vom Bund Deutscher Karneval, Marcus Steinhart, der Oberbürgermeister der Kreisstadt Glauchau sowie der Ortsbürgermeister von Wernsdorf Andreas Winkler waren zu Gast bei der 634 Veranstaltung seit der Gründung im Jahre 1965. Insgesamt haben 124.384 Gäste den Fasching in Wernsdorf erlebt – eine Zahl, die beeindruckt und zeigt, wie sehr dieser Verein lebt und lacht.

Es gab eine stimmungsvolle Ansprache von unserem Präsidenten Uwe Meyer. Er resümierte 60 Jahre FCW, über Hochs und Tiefs des Vereins. Mit musikalischen Einlagen unserer Mitglieder wurde die Veranstaltung aufgelockert. Es gab Ansprachen und Geschenke für uns.

Michael Lippert, Egon Thiele, Peter Leipziger und Manfred Sörgel erhielten Ehrungen für ihren langjährigen Einsatz beim Faschingsclub.

Bis in die frühen Morgenstunden wurde gesungen, getanzt und gelacht.

Auch an dieser Stelle ein Dankeschön an die Gruppe „Soundwave“, die uns seit 20 Jahren musikalisch begleitet.

Fazit: Seit 60 Jahren zeigt der Wernsdorfer Fasching, wie man mit einer guten Portion Verrücktheit, viel Charme und einer bunten Mischung aus Tanz, Musik und Wortakrobatik jede Session zum Glanzstück macht.

Mitglieder auf und hinter der Bühne, neue Talente und ein begeisterungsfähiges Publikum halten den FCW lebendig, vielseitig und erstaunlich widerstandsfähig.

Tradition und Weiterentwicklung tanzen hier Seite an Seite – mal elegant mit Samthandschuhen, mal frech mit Augenzwinkern, aber immer mit Herz.

In Wernsdorf wird nicht nur gefeiert, sondern so leidenschaftlich gelacht, geschunkelt und gelebt, dass der Narrenfunke jedes Jahr zuverlässig überspringt. Kurz: 60 Jahre FCW – laut, bunt, herzlich, ansteckend und einfach wunderbar.

Wau Wau Miau – auf die nächsten 60!

Text: Anke-Maren Müller